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Wie gelingt eine erholsame Workation? Ein ehrlicher Erfahrungsbericht einer (teilweise) Gescheiterten…

Nach dem langen Lockdown hatte ich das starke Bedürfnis, endlich einmal wieder richtig rauszukommen. Also warum nicht einfach die digitale Kanzlei einpacken und während der Sommerferien aus dem Süden arbeiten? Gesagt, getan!

Zurück in Berlin ziehe ich Bilanz:

1️⃣ Für wen kommt eine Workation in Frage?

Eigentlich für alle, die selbständig oder selbstbestimmt arbeiten. Angestellte, bei denen es keine eindeutige Mobile Working Policy gibt, sollten die Workation allerdings vorher besser mit dem Unternehmen abstimmen.

2️⃣ An was sollte ich bei der Planung meiner Workation unbedingt denken?

Essentials:

✅ Laptop, Tablet und Mobiltelefon
✅ gutes WLAN (ggf. ausreichend Datenvolumen)
✅ Was passiert mit meiner Eingangspost? (z.B. Anbieter beauftragen, die Post digitalisieren und per App zur Verfügung stellen)

Bonus:

✅ Ungestörter Arbeitsplatz, da das Arbeiten auf dem Sofa oder am Esstisch zwischen tobenden Kindern auf Dauer keinen Spass macht
✅ Für Anwält:innen empfehle ich das beA-Softwarezertifikat (erspart die Mitnahme des beA-Kartenlesegeräts) und einen E-Post Zugang, über den bei Bedarf auch Einschreiben digital versendet werden können
✅ Wenn noch Platz im Koffer ist: Das obligatorische Ringlicht für den perfekten Videokonferenz-Teint

Geheimtipp:

✅ Kopfhörer mit Noise Cancelling, wenn sich die Umgebungsgeräusche einmal nicht abstellen lassen, weil die Kinder das ewige „Mama muss kurz was arbeiten“ nicht mehr hören können
✅ Swimmingpool & Streamingdienst-Abo für Notfälle 

3️⃣ Was hat dieses Mal schon gut geklappt und was möchte ich das nächste Mal (noch) besser machen?

👍 Zuerst das Positive: Ich habe während der Workation tatsächlich fast fünf Bücher gelesen und das Lesen auch zuhause beibehalten. Fernsehen/Streamingdienste habe ich außer für ein paar EM-Spiele gar nicht geschaut. In der Regel habe ich es alle 2-3 Tage geschafft, eine kleine Sporteinheit einzulegen. 

👎 Was sicher noch ausbaufähig ist: Eine bessere Balance zwischen Work und Vacation. Gerade Selbständige arbeiten ja gefühlt irgendwie immer 24/7. Eine gute Selbstorganisation und/oder -disziplin ist daher enorm wichtig, damit die Erholung nicht zu kurz kommt. Das hat mir auch meine Familie sehr deutlich gemacht, die phasenweise alles andere als begeistert war.

➡️ Für die nächste Workation überlege ich mir daher, feste Zeiten für Freizeit und Business zu blocken (z.B. 1 Woche Arbeit, 1 Woche Erholung) und das auch so nach außen zu kommunizieren. Als absolute Individualreisende blutet mir zwar das Herz, aber das nächste Mal wird’s wohl eher ein Rundumsorglospaket, sonst wird man am Ende weder der Familie noch der Arbeit gerecht. Oder vielleicht doch einfach zurück zum klassischen Urlaubsmodell?

Was sind Deine Tipps für eine erholsame Workation?

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